Wertpapiere mit Wertschätzung

Verantwortung gerecht werden.

Aufgemerkt - eine franziskanische Kolumne

Investieren in Corona-Zeiten

Von Pater Johannes B. Freyer ofmMissionszentrale der Franziskaner e. V.

Kein Geschehnis hat die Welt seit dem zweiten Weltkrieg so sehr in Unruhe, Ängste und Auseinandersetzungen versetzt wie die alle Länder betreffende Corona-Pandemie. Was kaum einer wahrhaben wollte hat sich rasant global ausgebreitet. Ein Virus stellt der sich für überlegend haltenden Menschheit ihre Schwäche vor Augen. Der Virus bringt das ‚Wirtschafts-Dogma‘ von der notwendigen fortschreitenden Gewinnsteigerung zu Fall, mit verheerenden Konsequenzen.

Es zeigt sich, dass die Welt einer Wirtschafts- und Fortschrittsdoktrin folgte, die jetzt angesichts des Virus nicht Stand hält. Die Doktrin, dass die ‚unsichtbare Hand‘ des Marktes Schritt für Schritt den Wohlstand ausbreiten wird war auf Sand gebaut. Unternehmen und Arbeitsplätze sind gefährdet. Missstände kommen ans Licht und dies nicht nur in der Fleischwirtschaft. Die sozialen Ungerechtigkeiten in der Welt werden verstärkt. Die Corona-Pandemie trifft vor allem die Ärmsten. Das alles macht vielen Menschen Angst, es zerstört Vertrauen in die Politik und die Institutionen. Unsicherheit breitet sich aus, es wachsen die Widerstände derjenigen, denen es nur um die eigenen Freiheitsrechte, den eigenen Vorteil geht. Schuldige werden gesucht, alte Feindbilder werden wieder mobilisiert und da es auf die komplexe Situation keine einfachen Antworten gibt werden Fake-news und Verschwörungstheorien verbreitet. Die Unvernunft verbindet rechte Populisten mit linken Ideologen und religiösen Hardlinern.

In dieser Situation ist Geduld, Verstand und Aufrichtigkeit gefragt. Jetzt erweist sich aber auch, dass Strukturen mit einer sozialen und nachhaltigen Ausrichtung doch besser tragen, als Systeme, die auf neo-liberalen Theorien basieren. Dies zeigt sich im derzeitigen Auf und Ab der Börsenwerte auch im Blick auf nachhaltige Investments. Bei den TerrAssisi Investments können wir sogar von einem Kollateral-Gewinn sprechen. Denn die Intiatioren Fee steht jetzt der dringenden Corona-Hilfe zur Verfügung. Damit wird z.B. die Versorgung von Obdachlosen in Sao Paulo, Schutzkleidung in Obidos, die medizinische Versorgung im Haus der Armen von Tijuana und die Schutzausstattung des Krankenhauses der Franziskanerinnen in Asumbi finanziert. Die Corona-Pandemie kann uns lehren durch nachhaltiges und zukunftsträchtiges Investieren Kollateral-Schäden zu vermeiden und Kollateral-Gewinne aufzubauen.

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