Wertpapiere mit Wertschätzung

Verantwortung gerecht werden.

Bonität

Von Pater Prof. Johannes B. Freyer OFMMissionszentrale der Franziskaner e.V.

Generell wird mit dem Begriff der Bonität die Zahlungsfähigkeit verbunden. Konkret bedeutet dies Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können. Daher wird der Begriff im deutschen Sprachraum auch oft mit Kreditfähigkeit, bzw. Kreditwürdigkeit gleichgesetzt. Wie so oft handelt es sich dabei um eine Begrenzung der Bedeutung eines Begriffes auf einen Teilaspekt des eigentlichen Gehaltes und Sinnes der Bezeichnung. Folge solcher Reduzierungen des Verständnisses auf Teilaspekte sind unter anderem auch die Einschränkung des menschlichen Denkhorizontes. Wir werden, im übertragenen Sinne, blind auf einem Auge und sehen nicht mehr die ganzheitlichen Zusammenhänge.

Da kann es helfen, nach dem umfassenden Sinn eines Begriffes zu Fragen. Der Begriff Bonität meint ursprünglich den Wert und die Güte einer Sache und ist aus dem lateinischen Wort Bonitas entlehnt. Diese lateinische Wurzel des Begriffes erschließt einen größeren Bedeutungshorizont und meint die gute, vorteilhafte Beschaffenheit einer Sache. Gleichzeitig bedeutet Bonitas aber auch Rechtschaffenheit und Vortrefflichkeit des menschlichen Verhaltens. Abgeleitet davon ist das personalisierte Wort Bonus, der Ehrenmann und die Ehrenfrau. Also jene Person, auf deren Wort man sich verlassen kann, weil sie in freigebiger Liberalität das Bonum, das Gute, für alle Beteiligten im Blick haben.

Hier wird deutlich, dass der eigentliche Sinn des Begriffes Bonität nicht nur die finanzielle Kreditwürdigkeit meint. Darüber hinaus kommen auch ethische Verhaltensweisen, wie Rechtschaffenheit, Großzügigkeit, Einvernehmlichkeit, Wertschätzung und Güte in den Blick. Die Entfaltung des Begriffshorizontes macht deutlich, dass es um mehr als um finanzielle Zahlungsfähigkeit geht. Es geht darum das Bonum, das Gute, das umfassende Wohl aller Beteiligter in den Blick zu nehmen. Eine einseitige Begriffsbestimmung macht blind für das Ganze, um das es geht, und verursacht oft genug wirtschaftliche und menschliche Kollateralschäden. Umfassend verstandene Bonität blickt über die Kreditfähigkeit hinaus auf einen erweiterten Horizont: soziales Verhalten, Verantwortungsübernahme für das Allgemeinwohl, nachhaltiger Umgang mit den Naturressourcen, Einhaltung von Menschenrechten und zukunftsträchtige Pflege der Mitwelt sind nur einige der herausfordernden Gesichtspunkte. Wer zwar fähig ist seine Zahlungsverpflichtungen zu bedienen, aber auf ethische Faktoren pfeift, oder diese nur vortäuscht, besitzt keine Bonität. Da wird deutlich, dass Bonität kein Zustand ist, den man besitzt. Vielmehr ist Bonität ein anzustrebendes Gut, das durch wirtschaftliche Weichenstellungen der Politik, der Unternehmer, der Banken und der Investoren gefördert werden kann. Zu solchen Weichenstellungen leistete TerrAssisi in den letzten 15 Jahren seinen Beitrag.

Impulse: 03 / 2024

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