Kein Geschehnis hat die Welt seit dem zweiten Weltkrieg so sehr in Unruhe, Ängste und Auseinandersetzungen versetzt wie die alle Länder betreffende Corona-Pandemie. Was kaum einer wahrhaben wollte hat sich rasant global ausgebreitet. Ein Virus stellt der sich für überlegend haltenden Menschheit ihre Schwäche vor Augen. Der Virus bringt das ‚Wirtschafts-Dogma‘ von der notwendigen fortschreitenden Gewinnsteigerung zu Fall, mit verheerenden Konsequenzen.

Es zeigt sich, dass die Welt einer Wirtschafts- und Fortschrittsdoktrin folgte, die jetzt angesichts des Virus nicht Stand hält. Die Doktrin, dass die ‚unsichtbare Hand‘ des Marktes Schritt für Schritt den Wohlstand ausbreiten wird war auf Sand gebaut. Unternehmen und Arbeitsplätze sind gefährdet. Missstände kommen ans Licht und dies nicht nur in der Fleischwirtschaft. Die sozialen Ungerechtigkeiten in der Welt werden verstärkt. Die Corona-Pandemie trifft vor allem die Ärmsten. Das alles macht vielen Menschen Angst, es zerstört Vertrauen in die Politik und die Institutionen. Unsicherheit breitet sich aus, es wachsen die Widerstände derjenigen, denen es nur um die eigenen Freiheitsrechte, den eigenen Vorteil geht. Schuldige werden gesucht, alte Feindbilder werden wieder mobilisiert und da es auf die komplexe Situation keine einfachen Antworten gibt werden Fake-news und Verschwörungstheorien verbreitet. Die Unvernunft verbindet rechte Populisten mit linken Ideologen und religiösen Hardlinern.

In dieser Situation ist Geduld, Verstand und Aufrichtigkeit gefragt. Jetzt erweist sich aber auch, dass Strukturen mit einer sozialen und nachhaltigen Ausrichtung doch besser tragen, als Systeme, die auf neo-liberalen Theorien basieren. Dies zeigt sich im derzeitigen Auf und Ab der Börsenwerte auch im Blick auf nachhaltige Investments. Bei den TerrAssisi Investments können wir sogar von einem Kollateral-Gewinn sprechen. Denn die Intiatioren Fee steht jetzt der dringenden Corona-Hilfe zur Verfügung. Damit wird z.B. die Versorgung von Obdachlosen in Sao Paulo, Schutzkleidung in Obidos, die medizinische Versorgung im Haus der Armen von Tijuana und die Schutzausstattung des Krankenhauses der Franziskanerinnen in Asumbi finanziert. Die Corona-Pandemie kann uns lehren durch nachhaltiges und zukunftsträchtiges Investieren Kollateral-Schäden zu vermeiden und Kollateral-Gewinne aufzubauen.

Menschen, die noch vom christlichen Lebensrhythmus geprägt sind, begehen in diesen Wochen die Fastenzeit. In Erinnerung an das 40-tägige Fasten von Jesus soll der Mensch durch bewussten Verzicht wieder freier werden für das wirklich Wesentliche des Lebens. Dabei geht es nicht nur um den Verzicht auf ein Stück Schokolade oder das gewohnte Glas Alkohol. Diese Symbolhandlungen sollen vielmehr eine Besinnung auf das, was im Leben wirklich wichtig ist unterstützen und ein Umdenken, das sich auf den Glauben besinnt, fördern. Es geht darum sich wieder auf die Werte zu besinnen, die nach dem Evangelium, ein gerechteres, friedvolleres Zusammenleben möglich machen. Dabei rücken besonders die Hilfe für die Armen und auch eine erneuerte Frage nach Gott in den Mittelpunkt. Natürlich steht es jedem frei, sich auf die ein oder andere Art und Weise, dem Aufruf zu Verzicht und Besinnung anzuschließen.

In diesen Wochen, vielleicht für Monate, wird den Menschen auf der ganzen Welt eine ‚Fastenzeit‘ aufgezwungen, ob sie wollen oder nicht. Einreisebeschränkungen, Schließungen von Schulen, Kindergärten und nicht unbedingt lebensnotwendiger Geschäfte. Der Corona-Virus zwingt zum Verzicht auf Vergnügen, Konsum und freie Bewegung. Die Natur lehrt uns Menschen jetzt schmerzlich, dass sie doch stärker ist als unsere Illusion des Alles- Machbaren und unser Glaube an den ewigen Fortschritt. Der Virus bringt das ‚Wirtschafts-Dogma‘ von der notwendigen fortschreitenden Gewinnsteigerung zu Fall. Natürlich brauchen wir jetzt die Forschung, die so schnell als möglich medizinische Abhilfe findet. Selbstverständlich bedarf es jetzt staatlicher Hilfen, um vor allem kleine und mittlere Betriebe und Unternehmen zu retten, sowie größere vor dem Kollaps zu schützen.

Darüber hinaus kann diese aufgezwungene ‚Fastenzeit‘ aber auch eine Zeit des beginnenden Umdenkens werden. Vielleicht sollten wir doch mehr und schneller etwas tun, um das Gleichgewicht der Natur zu schützen und damit die Schöpfung, unser gemeinsames Haus, zu bewahren. Offenbar ist es doch an der Zeit das Neo-liberale Wirtschaftssystem und seine Dogmen vom ewigen Wachstum in Frage zu stellen, und andere Strukturen und Mechanismen ernsthaft in den Blick zu nehmen.

Wir müssen diese Krise als Auftrag zur Umkehr verstehen, wenn wir die Zukunft der Menschheit nicht weiterhin auf Sand bauen wollen. Ansätze dazu gibt es schon und sind auch schon von Vielen entschlossen aufgegriffen worden. Nachhaltiges und zukunftsträchtiges Wirtschaften ist jetzt angesagt.